Holzunterstand mit Trapezblechdach in Demmin
In Sassen-Trantow bei Demmin entstand ein großzügiger Holzunterstand in stabiler Holzständerbauweise. Mit einer Grundfläche von rund 84 Quadratmetern bietet die Konstruktion reichlich geschützten Platz. Neben den eigentlichen Holzbauarbeiten übernahmen wir auch den Abriss, die Planung, die Organisation der Statik und Bauantragsunterlagen sowie die vollständige Koordination der beteiligten Fachbetriebe.
Das Projekt
Der Auftraggeber wünschte sich einen großen, offenen Unterstand aus Holz, der später mit einer Holzverkleidung ergänzt und dadurch weitgehend geschlossen werden kann. Geplant wurde eine etwa 14 Meter lange und 6 Meter breite Konstruktion mit einer Höhe von knapp 4 Metern an der höchsten Stelle.
Auf dem vorgesehenen Bauplatz befanden sich zunächst ein alter Baumstumpf und zwei ältere Nebengebäude. Eines davon sollte erhalten bleiben und in den neuen Holzunterstand integriert werden. Das zweite Nebengebäude sowie der störende Baumstumpf mussten vor Beginn der eigentlichen Holzbauarbeiten weichen.
Aufgrund der Größe des Bauwerks und der daraus resultierenden statischen Anforderungen waren sowohl eine geprüfte Tragwerksplanung als auch Bauantragsunterlagen erforderlich. Die Werkplanung, die statischen Nachweise einschließlich der Fundamente sowie die benötigten Bauzeichnungen wurden durch uns veranlasst und dem Auftraggeber bereitgestellt.


Materialien und Ausführung
Die tragende Konstruktion wurde aus passgenau abgebundenem Konstruktionsvollholz aus Fichte und Tanne hergestellt. Verwendet wurden unter anderem kräftige Pfosten, Pfetten, Sparren und Kopfbänder in den statisch vorgegebenen Querschnitten.
Die etwa 14 × 6 Meter große Konstruktion ruht auf insgesamt acht Holzpfosten. Besonders beanspruchte Hauptbauteile wurden mit Querschnitten von bis zu 14 × 24 Zentimetern ausgeführt. Die Sparren und Kopfbänder sorgen gemeinsam für eine stabile Aussteifung des rund 84 Quadratmeter großen Unterstands.
Der computergestützte Abbund ermöglichte eine präzise Vorbereitung der einzelnen Bauteile. Insgesamt wurden rund 90 Schwalbenschwanzverbindungen vorbereitet. Hinzu kamen 48 massive Holznägel aus Eiche mit einem Durchmesser von 20 Millimetern und einer Länge von 180 Millimetern.
Die gefasten Köpfe der Eichenholznägel bleiben sichtbar und unterstreichen den handwerklichen Charakter der Konstruktion. Auch die formschön ausgearbeiteten Pfettenköpfe zeigen, dass selbst bei einem funktionalen Unterstand die gestalterischen Details nicht zu kurz kommen müssen.
Das flach geneigte Dach wurde mit anthrazitfarbenen Trapezblechen in RAL 7016 eingedeckt. Unter den Blechen befindet sich ein Antikondensvlies, das zeitweise entstehende Feuchtigkeit aufnehmen und bei ausreichender Belüftung wieder abgeben kann. Profilfüller, Randbleche, Anschlüsse und passende Befestigungsmittel vervollständigen den Dachaufbau.
Für die Dachentwässerung montierten wir eine Zinkdachrinne mit den erforderlichen Fallrohren, Bögen und Anschlüssen. Hinter der Dachblende wurde zusätzlich ein kombiniertes Lüftungs- und Ungezieferschutzgitter eingebaut. Dieses ermöglicht die notwendige Luftzirkulation und erschwert gleichzeitig Insekten und kleinen Tieren den Zugang zum Dachaufbau.
Bei diesem Projekt kamen ausschließlich hochwertige und langlebige Materialien zum Einsatz:
- Konstruktionsvollholz aus Fichte und Tanne für Pfosten, Pfetten, Sparren und Kopfbänder
- Eichenholznägel und passgenau vorbereitete Schwalbenschwanzverbindungen
- Pfostenträger, Holzverbinder und weitere Befestigungsmittel
- Unterdeckbahn und Dachlattung
- anthrazitfarbenes Trapezblech mit Antikondensvlies
- Profilfüller sowie Ortgang-, Anschluss- und Abschlussbleche
- Glattkantbretter für die Dachblenden
- Lüftungs- und Ungezieferschutzgitter
- Dachrinne und Fallrohre aus Zink
- Beton und Bewehrung für die Fundamente


Der Ablauf Schritt für Schritt
Vor dem Beginn der Arbeiten mussten zunächst die baurechtlichen und statischen Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehörten die Bauantragszeichnungen, die Werk- und Abbundplanung sowie die statische Berechnung der Holzkonstruktion und der Fundamente.
Der Auftraggeber erhielt diese Leistungen ebenfalls über uns. Damit blieb die gesamte Projektkoordination in einer Hand.


Im ersten Arbeitsschritt wurde der vorhandene Baumstumpf entfernt. Zusätzlich rissen wir eines der alten Nebengebäude ab. Das zweite Gebäude blieb bestehen und wurde bei der Planung und Montage direkt in den neuen Unterstand einbezogen.
Der Abriss selbst war schnell erledigt. Mit der vollständigen Beräumung der Überreste konnte der Bauherr das Tempo allerdings nicht ganz mithalten. Damit der Bauablauf trotzdem weitergehen konnte, errichteten wir die neue Konstruktion zunächst gewissermaßen um die noch wartenden Abrissreste herum. Baustellen sehen eben nicht zu jedem Zeitpunkt so aufgeräumt aus wie im Prospekt – entscheidend ist, dass am Ende alles passt.
Aufgrund der Größe des Unterstands und der hohen statischen Anforderungen wurden die Fundamente durch einen unserer erfahrenen Fachpartner hergestellt.
Die Abstimmung, Beauftragung und Koordination erfolgte vollständig über uns. Für den Auftraggeber bedeutete das: ein Ansprechpartner, ein abgestimmter Bauablauf und nur eine Rechnung für das gesamte Projekt. Genau das verstehen wir unter „alles aus einer Hand“.
Nach Fertigstellung der Fundamente wurden zunächst die Pfosten und anschließend die Hauptträger aufgestellt. Darauf folgten Pfetten, Sparren und Kopfbänder.


Nach dem Richten der Holzkonstruktion erfolgte der Aufbau der rund 112 Quadratmeter großen Dachfläche. Das Dach besitzt eine geringe Neigung von etwa zwei Grad und wurde für die Eindeckung mit Trapezblech entsprechend vorbereitet.
Anschließend montierten wir die anthrazitfarbenen Trapezbleche einschließlich Antikondensvlies, Profilfüllern, Randabschlüssen und Anschlussblechen.
Zum Abschluss wurden die Zinkdachrinne und die Fallrohre angebracht. Auch die Dachblenden, die Lüftungsöffnungen und das Ungezieferschutzgitter wurden fertiggestellt.
Gerade solche Details sind wichtig, damit der Dachaufbau dauerhaft belüftet bleibt und gleichzeitig zuverlässig vor ungebetenen Bewohnern geschützt wird.

Das Projekt im Überblick
- Projekt: Neubau eines großen Holzunterstands
- Bauweise: Holzständerbauweise
- Abmessungen: ca. 14 × 6 Meter
- Grundfläche: ca. 84 Quadratmeter
- Höhe: knapp 4 Meter an der höchsten Stelle
- Dachfläche: ca. 112 Quadratmeter
- Dachneigung: ca. 2 Grad
- Dacheindeckung: Trapezblech mit Antikondensvlies, RAL 7016 Anthrazit
- Konstruktion: Konstruktionsvollholz aus Fichte und Tanne
- Besondere Details: Schwalbenschwanzverbindungen, Eichenholznägel und formschöne Pfettenköpfe
- Dachentwässerung: Zinkdachrinne mit Fallrohren
- Zusatzleistungen: Abriss, Bauantragsunterlagen, Statik, Werkplanung und Koordination der Fundamente
- Eigenleistung des Auftraggebers: Beräumung des Abrisses, Imprägnierung und Anstrich
- Geplante Erweiterung: spätere Holzverkleidung zum Schließen des Unterstands


Kosten und Zeitaufwand
Der im vorliegenden Projekt erfasste Leistungsumfang lag bei rund 26.000 Euro brutto. Darin enthalten waren unter anderem die Holzkonstruktion, die Werk- und Abbundplanung, die Statik und Bauantragszeichnungen, der CNC-Abbund, die Dacheindeckung, die Dachentwässerung, die Fundamente sowie die benötigte Baustellenlogistik und Maschinentechnik.
Die spätere Holzverkleidung und der durch den Auftraggeber ausgeführte Holzschutz waren nicht Bestandteil dieses Bauabschnitts.
Nach Abschluss der Planung, des Genehmigungsverfahrens und der Fundamentarbeiten konnte die eigentliche Montage der Holz- und Dachkonstruktion innerhalb weniger Arbeitstage erfolgen. Der vollständige Projektzeitraum ist jedoch länger, da Planung, Abstimmungen, Herstellung der Fundamente und notwendige Aushärtezeiten berücksichtigt werden müssen.
Die Kosten eines vergleichbaren Holzunterstands hängen insbesondere von folgenden Faktoren ab:
- Größe, Höhe und gewünschte Spannweiten
- statischen Anforderungen und Dimensionierung der Bauteile
- Art und Umfang der Fundamente
- gewählter Dacheindeckung
- Dachentwässerung und Anschlussdetails
- erforderlichen Abriss- und Vorbereitungsarbeiten
- notwendigen Bauantrags- und Planungsleistungen
- Eigenleistungen des Auftraggebers
- Zugänglichkeit des Grundstücks
Die Umsetzung eines solchen Projekts erfolgt innerhalb von etwa 1 bis 1,5 Wochen (inkl. Abriss). Hinzu kommt etwa 1 Tag für das Setzen der Fundamente und die dazugehörige Trocknungszeit, welche natürlich stark vom Wetter abhängig ist.
Gut zu wissen...
Ob für einen Holzunterstand eine Baugenehmigung benötigt wird, hängt unter anderem von der Größe, dem Standort, der geplanten Nutzung und den örtlichen baurechtlichen Vorgaben ab. Bei einer Konstruktion dieser Größenordnung sollten die baurechtlichen Voraussetzungen deshalb vor Beginn der Arbeiten verbindlich geklärt werden.
Eine statische Berechnung stellt sicher, dass Holzquerschnitte, Verbindungen, Fundamente sowie die zu erwartenden Wind-, Schnee- und Dachlasten aufeinander abgestimmt sind. Gerade bei großen offenen Bauwerken können erhebliche Windkräfte auf die Konstruktion wirken.
Soll ein zunächst offener Unterstand später vollständig oder teilweise verkleidet werden, muss diese Veränderung ebenfalls frühzeitig berücksichtigt werden. Eine geschlossene Wandfläche kann die Windbelastung und damit die Anforderungen an Konstruktion und Fundamente deutlich verändern.
Das Antikondensvlies unter den Trapezblechen hilft dabei, vorübergehend entstehendes Kondenswasser aufzunehmen. Es ersetzt jedoch weder eine Wärmedämmung noch eine funktionierende Belüftung. Aus diesem Grund wurde hinter der Dachblende ein Lüftungs- und Ungezieferschutzgitter eingebaut.
Bei unbehandeltem Konstruktionsholz sollte der geplante Holzschutz möglichst zeitnah erfolgen. Anschließend ist der Anstrich regelmäßig zu kontrollieren und abhängig von Bewitterung und verwendetem Beschichtungssystem zu erneuern.
Weiterführende Informationen zum Ablauf und zu den erforderlichen Unterlagen finden Sie beim Landkreis Vorpommern-Greifswald unter Bauantrag und Baugenehmigung.


Weitere Informationen und Leistungen
Sie planen einen Holzunterstand, ein Vordach oder eine vergleichbare Holzkonstruktion? Wir unterstützen Sie von der ersten Idee über Planung, Statik und Bauantrag bis zur fertigen Konstruktion.
Auf Wunsch koordinieren wir auch weitere Fachbetriebe und übernehmen die vollständige Abwicklung des Projekts. Dadurch erhalten Sie sämtliche Leistungen aus einer Hand und behalten während der gesamten Bauphase einen festen Ansprechpartner.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Leistungsseite zu Vordächern und Unterständen.
Sprechen Sie uns gern an. Gemeinsam entwickeln wir eine Holzkonstruktion, die zu Ihrem Grundstück, der geplanten Nutzung und den örtlichen Anforderungen passt.







